Bei der Durchsicht der Fotos aus Burkina fallen mir immer wieder Bilder auf, die mich besonders ansprechen. Hier ist der Versuch einer Auseinandersetzung, allerdings jetzt in der Kühle Münchens gezeichnet.
Der Blick ins ferne Land ist jetzt vollendet, so hoffe ich. Interessant ist der "Malprozess" bei diesen Patchworkarbeiten: Das Anbringen kleinerer Stoffflecken auf einer bereits im Großen gestalteten Grundfläche ist mit dem Malen mit Hilfe von Schablonen zu vergleichen. Dieser Prozess verläuft vergleichsweise langsam ab, was aber sein Gutes haben kann, da ich alles in Ruhe abwägen kann.
Zur Entlastung des Linkshirns ein paar Übungen aus der Gestaltungslehre - Klecksarbeiten mit flüssiger Farbe. Das hat heute auch der 9jährigen Marlène gefallen. In der Tageshitze trocknen die Blätter schnell. Gut ergänzen lassen sich solche Blätter mit Resten aus verunglückten anderen Blättern oder mit geometrischen Kontrasten.
Hier in Burkina stolpert man förmlich über Kinder, so zahlreich sind sie überall anzutreffen (44 % der Bevölerung sind Kinder bis 14 Jahre). Da macht man sich nicht klar, dass diese Kinder bald groß sein werden und ihre Interessen einfordern werden. Auf Fotos ist diese Zukünftigkeit zu erahnen, noch mehr in einer Zeichnung. Hier wirken die Kinder größer und älter als sie sind.
Ein weiterer Wandteppich ist fertig, genäht in Bobo-Dioulasso in ziemlich unruhiger Umgebung und bei 35 °C im Schatten. Saki hat mich wieder mit schönen Basin-Stoffresten versorgt. Die Nähmaschine - ein altes Quelle-Produkt "Privileg" - hat gut mitgearbeitet.
Arbeitet hier Rot gegen Grün oder unterwandert Rot das Grün? Oder tarnt sich Rot als Braun, um vom Grün angenommen zu werden? Fragen über Fragen, die ich leider nicht beantworten kann.
Bevor ich alte, wenig brauchbare Zeichnungen wegwerfe, überprüfe ich sie auf ihre Verwendung in einer Collage. Dabei können sich erstaunliche Resultate ergeben.
Männliche Modelle sind selten zu finden. So freuen wir uns immer wieder über Janosch, seit vielen Jahren in München zuverlässig und inspirierend. Er gab gute Anregungen zum Zeichnen - das Modell als Lehrer!
Von der ersten Bildersammlung vom Juli habe ich eines augetauscht. Zwei neue Bilder wurden dazugefügt, so dass es 12 geworden sind. Für eine Ausstellung in München im Dezember werden die Bilder im Hochformat 160 x 120 cm angeordnet.
Ich füge den Bildern des "Hochzeitsprozesses", die ich in diesem Jahr begonnen habe, weitere hinzu. Vgl. 17.07.2011. Das heutige Bild hat einen herbstlichen Anklang. Das Lindgrün, mit dem ich begann, hat sich (leider) nicht durchsetzen können.